Titelbild Regattas

Travemünde 19.07. - 21.07.

Unser Team für Travemünde steht:

Hubert Merkelbach(Starboot Europa-Meister!), Benedikt Wenk, Jonathan Koch und Joseph Pochhammer.

Abkürzungen für Wertungen

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Bericht aus Travemünde

21.07.2014 Claus Keferstein

Die zweite Wettfahrtserie fand jetzt in Travemünde vor der Strandpromenade auf "offenem Meer" statt. Wir hatten tolle "Meerbedingungen" mit Sonne pur, 4-6 Windstärken aus Nordost und bis zu 1.5 m hohen Wellen. Übrigens ist Travemünde die einzige Wettfahrtserie mit Meerbedingungen. Denn in Kiel wird tief in der Kieler Förde direkt vor der Innenstadt von Kiel gesegelt, also praktisch ohne große Welle.

Die Crew des BYCÜ mit Hubert Merkelbach, Josef Pochhammer, Benedikt Wenk und Jonathan Koch hat sich bei diesen ungewohnten Bedingungen tapfer geschlagen. Sie belegte den 16. Platz. Diese Platzierung ist zwar ernüchternd, doch analysiert man die Wettfahrten genauer, lassen sich interessante Schlussfolgerungen ziehen. Hubert gewann 2/3 aller Starts und unsere Crew war an der Luvtonne in 2/3 aller Rennen unter den ersten drei Booten. Start und Amwind-Taktik, -Trimm- Ausreittechnik waren ausgezeichnet und konnte auch mit den meererprobten Wettbewerbern aus dem Norden mithalten. Vielfältige Probleme gab es auf den Vorwindstrecken. Es ist nicht so einfach bei diesen Bedingungen und Wellen den richtigen Raumschotwinkel zu Wind und Welle unter Gennacker zu finden und das Handling des Gennackers bedarf bei diesen Bedingungen viel Erfahrung und Übung, die unsere Crew nur ansatzweise am Gardasee trainieren konnte. Auch andere Süddeutsche Mannschaften hatten diese Probleme.

Das Ergebnis zeigt aber auch, dass diese 18 Clubmannschaften auf sehr hohem Niveau sind und der kleinste Fehler bitterlich bestraft wird. Kein Wunder, wenn man sich die Meldeliste genauer anschaut. Deutsche Meister, Weltmeister und Olympiateilnehmer aus den verschiedensten Klassen, wie z. B. Starboot, J80, 470er, 505er, 29er und erfahrene Matchracer  gaben sich hier ein Stelldichein. Auch Jochen Schühmann war 1,5 Tage anwesend, konnte aber dieses Mal aus Termingründen nicht aktiv dabei sein. Rund 25% der Crews waren Damen. Es segelten sowohl Jugendliche unter 18Jahren als auch ältere Semester mit. Die Mehrzahl war zwischen 20 und 30 Jahre alt. Nach zwei von sechs Wettfahrtserien sind wir in der DSBL-Tabelle nun 15. und würden in die 2. DSBL absteigen, wenn das so bleibt.

Was können wir tun, um das zu verhindern? Die J70 ist ein Boot, welches ein eng abgestimmtes Teamwork auf allen Kursen und besonders Gennackerfahrung erfordert, um erfolgreich zu sein. Unsere Teams müssen also nicht nur Regatten segeln, sondern auch Zeit haben, intensiv Manöver zu üben. Ein entsprechender Plan wird zur Zeit von Andreas ausgearbeitet.

Travemünde war eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten. Das Wetter, das Flair, die persönlichen Fachgespräche mit den TOP-Segelkollegen und die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Videoaufnahmen und das Tracking ergeben, waren sehr lehrreich. Alle Rennen wurden aufgezeichnet und können über das www von jedem, nicht nur von den Teilnehmern, zu jeder Zeit angeschaut und analysiert werden.  Taktik, Boots- und Wendegeschwindigkeit, Abstand zwischen den Booten und vieles mehr können zu jeden Zeitpunkt der Rennen im 5 Sekundentakt abgefragt werden. Das hilft sehr bei der Manöverkritik und war bisher nur den Amerikas-Cuppern vorbehalten. Jetzt können auch die Bundesligamannschaften von dieser Technologie profitieren. Wir werden alles daran setzen, unser Ziel, den Erhalt unserer Teilnahme in der ersten DSBL zu sichern.