Titelbild Regattas

District-Meisterschaft Starboote 10.05.17 - 14.05.17

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Starboot-Regatta vor Überlingen

Vom 10. bis zum 14. Mai 2017 führte der Bodensee-Yachtclub vor Überlingen die Regatta um die Meisterschaft der Starboote durch. Hier ein wenig Hintergrund für den Zusammenhang: Die Weltmeisterschaftsläufe der Starboote sind straff organisiert durch die Internationale Star-Klassen-Yachtrennen-Vereinigung (International Star Class Yacht Racing Association I.S.C.Y.R.A.) in einem mehrstufigen Raster, dessen unterste Stufe die offenen Star-Klasse Meisterschaften darstellen. Für sie gibt es in der nördlichen wie in der südlichen Hemisphäre jeweils 21 Distrikte. Ein Kuriosum: Das kleine Deutschland gehört zwei Distrikten an, Norddeutschland dem 13. Distrikt zusammen mit Großbritannien, den Benelux-Ländern und Dänemark, Süddeutschland dem 17. Distrikt gemeinsam mit Österreich, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Weißrußland, Zentralrußland, Georgien und der Ukraine. – Der 17. Distrikt wurde 1950 ins Leben gerufen, die ersten Distriktmeisterschaften trug unser Club 1953 vor Überlingen aus: Überlingen blickt hier also auf eine lange Tradition zurück. Die Schweiz gehörte von 1950 bis 1980 ebenfalls dazu, bildet seither aber mit Frankreich und dem Fürstentum Monaco einen eigenen, den 9. Distrikt.

Mit den Wettfahrten wird in einem mehrstufigen Wettbewerb letztlich die Rangfolge der weltbesten Starbootsegler ermittelt. Entsprechend international war das Feld besetzt: von den elf Ländern, die im 17. Distrikt zusammengefaßt sind, waren fünf präsent, so neben Österreich auch Ungarn, Rußland und die Ukraine.  Die Schweiz war mit sieben Booten zahlenmäßig und seglerisch stark vertreten, schließlich ging es gleichzeitig um den Hammond-Perkin-Wanderpreis.

Der Wettergott hatte es trotz der Bedeutung des Ereignisses nicht gut gemeint. Den ersten Tag, Mittwoch, nahmen die für diese Art Wettbewerb vorgeschriebenen Vermessungsarbeiten in Anspruch. Am Donnerstag war es angenehm frühlinghaft, es fehlte indes der Wind. Die Boote blieben im Hafen. Am Freitag dasselbe Bild, erst am Nachmittag schien ein wenig Segeln möglich. In der Tat: durch das Geschick der Regattaleitung unter Tilman Krackhardt waren Lage und Länge der Bahnen richtig gewählt worden, und die Wettfahrtzeiten konnten geschickt zwischen die Flauteperioden eingepaßt werden. Als die letzte Wettfahrt gesegelt war, frischte der Wind dann sogar massiv auf. Am Samstag wurden zwei Starts durchgeführt und zwei Wettfahrten abgebrochen, auch danach blieb es bei den Resultaten der ersten drei Läufe. Eine flugunwillige, offensichtlich kranke Taube zog mehr Aufmerksamkeit auf sich als das Geschehen auf dem See. Am Sonntag verloren viele Teilnehmer endgültig die Lust und begannen schon am Vormittag mit dem Auskranen. Dem Berichterstatter blutet beim Schreiben dieser Zeilen (montagfrüh) das Herz angesichts eines zwischen Romanshorn und Wallhausen (weiter reicht der Blick nicht) durchgehend und ebenmäßig schön gekräuselten Sees mit geschätzten komfortablen drei Windstärken: warum konnte das Wetter am Vortag nicht so sein?

Mit gleich zwei ersten Plazierungen war das Boot der Sportvereinigung Dingelsdorf mit Steuermann Stefan Schneider und Vorschoter Ulrich Seeberger vom Yacht-Club Radolfzell in der Gesamtwertung nicht zu schlagen. Ihnen fiel damit auch der Hammond-Perkin-Preis zu. Es folgten auf Rang zwei das Boot von Uwe Barth vom Yacht-Club Radolfzell mit Steffen Rutz an der Vorschot, Rang drei belegte das Boot des Münchener Yacht-Clubs mit Steuermann Reinhard Schmidt und Vorschoter Michael Ziller vom Münchener Ruder- und Segelverein. Spielte die Kenntnis des Reviers bei den problematischen Windverhältnissen die entscheidende Rolle? Beide Erstplazierte sind Boote vom Bodensee. Wenn der Heimvorteil von Bedeutung war, haben ihn die Schiffe des BYCÜ nur unzureichend genutzt. Immerhin gelang Hubert Merkelbach mit seinem Vorschoter Kilian Weise aus Dießen am Ammersee ein schöner fünfter Platz, während sich Timm Grömminger mit der Bodmanerin Melanie Bentele an der Vorschot mit Rang 22 zufriedengeben mußte. Erwähnung verdient das russische Schiff mit Skipper Alexey Zhivotovskiy und Vorschoter Lev Shnyr, das es trotz einer doppelten, wegen eines kleinen Mißgeschicks verhängten zeitraubenden Strafmaßnahme noch auf den 10. Platz schaffte.

Gut gelungen war der Dank der Segler an die Deutsche Bank für deren großzügige Unterstützung: das riesenhafte DB-Emblem auf den orangefarbenen Wendemarken kam höchst wirkungsvoll zur Geltung.

(Claus Weitkamp)