Titelbild Regattas

Hammond-Perkin-Star-Class Trophy 27.04.19 - 28.04.19

Kalter Start in die Regattasaison

Am Osterwochenende saßen die Segler und die Gäste noch in kurzen Hosen bei hochsommerlichen Temperaturen auf der Terrasse des Bodensee-Yacht-Club Überlingen. Die ersten Boote für das kommende Regattawochenende wurden zu Wasser gelassen. Die 62. Hammond-Perkin-Star-Class Trophy und der Überlinger Drachenpokal sollten am Samstag 27./ Sonntag 28.04.2019 stattfinden. Sturmtief Uli empfing dann an diesem Wochenende die angereisten Segler mit einer windreichen Kaltfront. Dreizehn Teams hatten sich für die Starboote angemeldet und neun Teams bei den Drachen.

Starboote und Drachen, zwei ehemals olympische Bootsklassen, haben eine große Tradition vor Überlingen. Wie schon erwähnt, kamen die Starboote bereits zum 62. Mal zum BYCÜ und die Drachen stellten in den 50er und 60er Jahren häufig die größte Flotte bei den Regatten vor Überlingen.

Nun, die ganz großen Zeiten sind längst vorbei, aber umso hochkarätiger waren die Teilnehmer im Jahr 2019. Mit Lokalmatador Hubert Merkelbach ging bei den Starbooten sogar ein veritabler Europameister an den Start. In beiden Bootsklassen hatten auch erstklassige Crews aus der Schweiz gemeldet, die teilweise der deutschen Konkurrenz das Heck zeigten. Die angekündigten Starkwinde bis zu 7 Beaufort schreckten am Samstag die eine oder andere Starbootmannschaft ab, vielleicht hatte mancher Skipper Angst um sein filigranes Rigg, Mastbrüche sind bei den Staren keine Seltenheit. Die niedrigen Temperaturen und der angekündigte Regen kamen ja auch noch dazu. Den Drachenseglern war der angekündigte Starkwind natürlich gerade recht, alle Teams traten an. Trotz immer wieder durchgehender Regenschauer ging es zügig zum Start.

Regattaleiter Alexander Ballweg zögerte nicht lange und schickte die Flotten pünktlich auf die Bahn. Der für diesen Samstag erwartete Starkwind stellte sich zwar grundsätzlich ein, hatte aber zwischendurch kleine Durchhänger und pendelte schwer vorhersagbar bis zu 20° hin und her. Diese Dreher zu erkennen und entsprechend zu nutzen war recht anspruchsvoll. Nach vier geplanten, knackigen Läufen konnte ein zufriedenes Seglervolk dann auch beim Freibier auf der Clubterrasse trefflich darüber diskutieren, wer und warum die Nase vorne hatte. Im gemütlichen Clubhaus des BYCÜ waren bei einem guten Abendessen selbst die Durchgefrorenen bald wieder aufgewärmt.

Der Sonntag versprach noch niedrigere Temperaturen, bei gleichbleibend trickreichem Wind. Es konnte zunächst noch eine reguläre Wettfahrt durchgeführt werden, der einsetzende Wetterwechsel erzeugte bei der angeschossenen zweiten Wettfahrt aber solche Winddreher, dass Regattaleiter Ballweg sich entschloss, diese Wettfahrt abzubrechen und die Flotte in den Hafen zurückkehren ließ.

So siegte nach fünf gewerteten Wettfahrten bei den Starbooten Uwe Barth mit Vorschoter Steffen Rutz vor Hubert Merkelbach und Markus Koy, Jürg Wittich und Christian Trachsel aus der Schweiz wurden Dritter. Bei den Drachen war die vom Thuner See angereiste „CALYPSO“ von Jürg Wittwer mit Vorschotern Leo Stauffer und Bernhard Wohlwend nicht zu schlagen. Zweiter wurde der Überlinger Andreas Hermann mit Moritz von Waldhausen und Thomas Wenk vor Hans-Dieter Lang, Pia Dörr und Heiko Wollmann. Andreas Herrmann gewann auch den Horst Buhl Gedächtnispreis für den am besten platzierten am Bodensee ansässigen Drachensegler.

(Bericht Michael Reinert)