Titelbild Regattas

Kiel Innenförde 5.9. - 7.9.

Krimi bei den Bundesliga-Wettfahrten in Kiel

Bericht: Claus Keferstein

Spannender hätte es nicht sein können. Bei leichten Winden und schwierigsten Bedingungen wurde an die Segler höchste Anforderungen an die Geduld und Nervenstärke gestellt. Von den 45 geplanten Wettfahrten konnten nur 17 Wettfahrten durchgeführt werden. In der entscheidenden 16. Wettfahrt traten der bis dahin erstplatzierte Norddeutsche Regatta Verein, Hamburg (NRV) und der zweitplatzierte BYCÜ mit Andreas Buchert, Jonathan Koch, Josef Pochhammer und Klaus-Peter Stengele direkt aufeinander. Der NRV wählte nach dem Start die rechte Seite, der BYCÜ die Mitte. Ungefähr 150m vor der Luvtonne trafen sich die Kontrahenten auf Kollisionskurs, NRV und MSC von rechts mit Wegerecht schon auf der vermeintlichen Anliegelinie. BYCÜ auf Steuerboard Bug erkannt, dass es wohl den beiden und ihm selbst bei einem Unterwenden nicht um die Luvtonne reichen würde, passierte hinter NRV und MSV und wendete erst kurz danach. Das war genau die richtige Entscheidung. BYCÜ passierte knapp die Luvtonne (Bild, rotes Boot, Quelle: SAP Sailing Analytics,

http://livecenter.segelbundesliga.de/regatta/regatta-4/ vom 8.9.2014).

Alle anderen mussten noch mal wenden, standen im Wind oder fuhren zu lange Wege. Verbunden mit einem perfekten Gennakermanöver war das Ergebnis ca. 25m Vorsprung (3 Bootslängen) nach Passieren der Luvtonne auf dem ersten Vorwindkurs. Diesen Vorsprung verteidigte das BYCÜ-Team bis ins Ziel. Der NRV wurde fünfter.

Damit standen die Sieger in Kiel fest (Bild):

Klaus-Peter Stengele, Jonathan Koch, Andreas Buchert und Joseph Pochhammer (von links)

Der BYCÜ vor dem NRV und dem Lübecker Yacht Club (LYC) mit Simon Grotelüschen. Der 26jährige Grotelüschen hat bei den Olympischen Spielen in Weymouth 2012 im Laser teilgenommen und ist anschließend von seiner Aktivenlaufbahn zurückgetreten, um sich seinem Medizinstudium voll widmen zu können /http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Grotelüschen/ vom 8.9.2014.

Mit dem tollen Ergebnis vor 2 Wochen in Berlin (5. Platz) und dem Spitzenergebnis in Kiel hat sich der BYCÜ momentan aus der Abstiegszone entfernt und belegt nun in der ersten Bundesliga-Tabelle einen hervorragenden 5. Platz

Dieser Segel-Krimi zeigt exemplarisch, wie dicht die Leistungsspitze in der 1. DSBL zusammen gerückt ist. Die DSBL hat eine enorme Aktivierung das Clubleben vieler Deutscher Segelclubs bewirkt.  Es werden Mannschaften mit unterschiedlichster Herkunft zusammengestellt. Junge aufstrebende Segler wie unser Jonathan Koch vom BYCÜ haben darin genau so Platz wie ältere Segler, ehemalige TOP-Segler aus den Olympiaklassen oder Gennaker-Spezialisten aus der Welt der 29er oder 49er. Wie in allen Leistungssportarten gilt: Es braucht 20% Begabung und 80% Fleiß, um Spitzenleistungen bringen zu können. Die Wettkämpfe, die Regatten sind nur ein kleiner Teil des Engagements der Aktiven. Viele Stunden Training auf dem Wasser, an Land und viel Spaß, z. B. beim Fußballspielen bei Flaute gehören auch dazu. Deshalb gilt unsere Anerkennung und unser Dank nicht nur der Mannschaft, die jetzt in Kiel erfolgreich war, sondern dem gesamten 14-köpfigen Team und unseren Gönnern. Ohne möglichst gleichwertige zweit bis drei Mannschaften, die trainiert und sich als Sparringspartner ergänzen, lassen sich bei dieser Leistungsspitze kaum noch Fortschritte erzielen. Übrigens in der nächsten Seglerversammlung am 19.9.14 wird das Team über Berlin, Kiel und die Zukunft der BYCÜ-DSBL-Aktivitäten berichten. Informationen aus erster Hand.

Eine Woche später vom Freitag den 26.9. bis Sonntag den 28.9.14 finden die nächsten Rennen der DSBL direkt vor unserer Haustür statt, in Friedrichshafen, parallel zur Messe Interboot. Wir treten mit Felix Troeger, Florian Troeger, Hubert Merkelbach, Jörg Munck an. Wir unterstützen damit eine  Zielsetzung der DSBL, in der Breite leistungsbereite Segler, die aus den Jugendabteilungen herausgewachsen sind, attraktive Rahmenbedingungen zu bieten, um ihren Sport auf hohem Niveau mit viel Spaß weiter ausüben zu können.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen live in FN dabei zu sein. --- Es ist wirklich spannend! – Um noch näher dran zu sein, wird unser Clubschiff Gisela in Friedrichshafen stationiert, um die Wettfahrten so nah es überhaupt möglich und zulässig ist, zu begleiten. Weitere Informationen und Interessensbekundungen bitte an den Organisator Fritz Eckl (takelmeister2@bycue.de) richten.

 

Bericht: 1. Segel-Bundesliga (www.segelbundesliga.de)

Das Wind-Geduldsspiel bei der 1. Segel-Bundesliga in Kiel (5. bis 7. September 2014) entscheidet ­ein Aufsteiger für sich: Der Bodensee-Yacht-Club Überlingen gewinnt die vierte Station auf der Kieler Innenförde und verweist den Tabellenführer aus Hamburg, den Norddeutschen Regatta Verein, auf den zweiten Platz vor dem Lübecker Yacht-Club als Dritter.  

Warten, warten und nochmals warten. Die Toleranz der Bundesliga-Segler wurde in Kiel auf eine harte Geduldsprobe gestellt. 45 Rennen waren auf den Einheitsbooten J/70 geplant, nur 17 Wettfahrten konnten bis Sonntagnachmittag beendet werden. Bis zum Ende sahen Hunderte Zuschauer an der Kiellinie viele spannende Rennen, bei denen die 18 Erstligisten um jeden Platz kämpften. Erst nach den letzten Rennen des Wochenendes entschied sich vor dem mitfiebernden Publikum, welcher Clubs den Sprung auf das Podium schaffen und welcher Verein den Sieg in Kiel davon tragen wird.

Der Aufsteiger vom Bodensee-Yacht-Club Überlingen (BYCÜ) gewinnt mit seiner Crew um Steuermann Andreas Buchert, Dr. Klaus-Peter Stengele, Jonathan Koch und Joseph Pochhammer in Kiel. „Dass wir hier so gut anfangen und am Ende gewinnen, hätten wir nicht gedacht. Es war ein Auf und Ab. Wir freuen uns über die Unterstützung der Fans und der Stadt, die geschlossen hinter uns als einzigem Bundesliga-Team aus Überlingen stehen“, sagt Andreas Buchert. Mit dem Sieg in Kiel und dem fünften Platz in Berlin im August katapultiert sich der BYCÜ aus dem Tabellenkeller heraus und ist jetzt Fünfter in der Tabelle.

Abkürzungen für Wertungen

application/pdf wertungstafel.pdf (68,9 KiB)