Überlinger Optilager großer Erfolg

Am Freitagabend, 4.8.2017, ging das Optilager des Überlinger Yachtclubs zu Ende. Die Augen der 31 Kinder glänzten, hatten doch alle die sechs Tage Gemeinsamkeit an Land, auf dem Wasser, im Zelt, in den Gewitternächten aber auch im Clubhaus glücklich überstanden. Jede und jeder hielten ihre Urkunden in den Händen, viele traurig, daß es jetzt vorüber war, andere aber auch froh, wider bei Mama, Papa und Geschwistern zu sein. Die Flautestunden waren nicht verloren, Knoten lernen und üben, die Grundlagen des Segelns beherrschen, die Regeln verinnerlichen und die zahllosen Tricks beherrschen, die das eigene Schiff schneller als die anderen machen, das geht an Land unabhängig vom Wetter. Aber auch die „Wasserarbeit“ kam nicht zu kurz. Zur obligatorischen Abschlußregatta am letzten Tag hatte der Wettergott für genau den richtigen Wind gesorgt. Verdienter Gewinner war Constantin Troeger aus Überlingen, mit seinen acht Jahren sogar einer der jüngsten Teilnehmer. 

Gespräch mit Karin Wingsch (Jugendleiterin)

Gespräch mit Karin Wingsch, Vorstandsmitglied des Bodensee-Yachtclubs Überlingen e.V. (BYCÜ) und derzeitige Leiterin der Jugendabteilung des Clubs 

Von Sonntag, 30.7.2017, bis Freitag, 4.8.2017, fand auf dem Gelände des Bodensee-Yachtclubs Überlingen das diesjährige Optilager statt. Karin Wingsch beantwortete einige Fragen dazu:

F: Was ist das Optilager?
A: Das Optilager ist eine Sportveranstaltung, mit der Mitgliedern des Clubs die Gelegenheit geboten wird, ihren Jüngsten frühzeitig einen Sport nahezubringen, den - das zeigt die Erfahrung -viele ihr ganzes späteres Leben schätzen und die meisten selbst betreiben. Die Kinder verbringen in einer Art Camp eine knappe Woche nur miteinander und mit ihren Betreuern, ohne Eltern. 

F: Wie alt sind die Kinder?
A: Die jüngsten sind 8, die ältesten 12 Jahre alt.

F: Auf was wird gesegelt?
A: Ausschließlich auf Optimisten. Das sind Schwertjollen, 2,30 m lang, etwa halb so breit, mit einem einzigen Segel von dreieinhalb Quadratmetern Fläche. Mit 45 kg Gewicht können sie von zwei Kindern getragen werden. Jedes Kind hat sein eigenes Boot. Im Bedarfsfall ist auch Platz für einen zweiten kleinen Segler mit mehr Routine, der den noch unerfahrenen jungen Kapitän anleitet. 

F: Welche Voraussetzungen müssen die jungen Teilnehmer erfüllen?
A: Unabdingbar ist das bronzene Schwimmabzeichen (der sogenannte Freischwimmerschein). Den Schein zu haben genügt indes nicht: Jedes Kind muß sich in tiefem Wasser sicher bewegen können. 

F: Wieviele Kinder nehmen am Optilager 2017 teil?
A: 31. 

F: Wie werden die Kinder betreut?
A: Wir sind drei zwei erwachsene Clubmitglieder, unser clubeigener Trainer und zehn oft jugendliche Helfer, die sich um die Kinder kümmern. 

F: Auch nachts?
A: Rund um die Uhr.

F: Wo schlafen die Kinder?
A: In Zelten.

F: Wer verpflegt die Kinder?
A: Die Kinder essen im Clubhaus.

F: Gibt es Verbote?
A: Ja. Mobiltelefone, Tablets und Haustiere sind nicht erlaubt. 

F: Wird auf Kinder mit gesundheitlichen Einschränkungen Rücksicht genommen?
A: Ja. Allergien, Unverträglichkeiten (wie gegen Gluten), Medikamentengaben werden mit den Eltern besprochen und berücksichtigt. 

F: Wird auch unterrichtet?
A: Schulstoff nein; das Optilager wird in die Schulferien nicht nur Baden-Württembergs, sondern möglichst vieler Nachbarländer gelegt. Segeln ja, Theorie und Praxis. 

F: Kann ein Kind einen Segelschein machen?
A: Ja, Kinder können den Jüngstenschein erwerben. 

F: Ist jeden Tag Unterricht?
A: Ja, morgens und nachmittags. 

F: Artet das nicht in Paukerei aus?
A: Im Gegenteil. Erwachsene unterschätzen leicht den Tatendrang 8- bis 12Jähriger. Und: Segeln ist nicht die einzige Betätigung, die geboten wird. Für Abwechslung sorgen Frühsport (Ballspiele, Joggen), Tischtennis, ein „Olympiade“-Abend, ein Bastelabend - womit dieses Jahr, wird noch nicht verraten -, ein Abend mit „Leinenbasteleien“, die den Kindern das Gefühl für Tauwerk vermitteln helfen, ein Grillabend, eine Ausfahrt auf Dickschiffen mit der obligatorischen Wasserschlacht und natürlich die Abschlußregatta: jeder will wissen, wie gut er ist. 

F: Gibt es für die Kinder ein Andenken?
A: Ja, ein T-Shirt mit Optimisten-Logo. Und immateriell, aber nicht zu vernachlässigen: die Erinnerung an die Seglerische Erfahrung und die gemeinsam verbrachte Zeit.

Die Fragen stellte Claus Weitkamp