FSÜ Gardasee-Herbsttraining 2018 der besonderen Art

 

In den Herbstferien machten sich einige ambitionierte Regattasegler des Ü-Teams (4 Optis und 3 Teams im 420er) auf den Weg zum nördlichen Gardasee, um zusammen mit ihren Trainern Aaron und Tom ihre seglerischen Fähigkeiten bei einem 4-tägigen Blocktraining weiter zu optimieren. Leider konnten wir aufgrund der geringen Teilnehmerzahl kein FSÜ-Lasertraining anbieten. Dennoch nutzten 2 interessierte 4.7 Lasersegler des Ü-Teams die Möglichkeit, in der Trainingsgruppe des YCSS vom Starnberger See mitzumachen. Zur allgemeinen Freude waren alle Bootsklassen des Überlinger Teams im Segelclub CVArco untergebracht. Hoch motiviert und voller Elan konnte es also losgehen.

Doch ein Unwetter mit Schwerpunkt über Norditalien ließ unsere Trainingsabsichten am Lago ins Stocken geraten. Extremer Dauerregen, der unsere Segelbekleidung auf ihre tägliche Dichtheit intensiv prüfte, führte zu schnell ansteigenden Pegelständen der umliegenden Flüsse. Die Folge: mit Geröll, Schlamm und Treibgut angereicherte Wassermassen schossen in den nördlichen Gardasee. Das Wasser verwandelte sich in kürzester Zeit von dem gewohnt blau-grünen Farbton in eine braungefärbte Schlammbrühe, auf dessen Oberfläche Unmengen von Schwemmholz verschiedenster Größe und Durchmesser trieben. Ein Umstand, der die örtliche Polizei zeitweise veranlasste, das nördliche Seegebiet für den gesamten Bootsverkehr zu sperren.

Nachdem sich die Situation durch den anhaltenden starken Nordwind etwas entspannt hatte, konnten die Trainingsmaßnahmen auf dem Wasser weiter durchgeführt werden. Doch damit nicht genug. Zum normalen Dauerregen, der zeitweise zum Platzregen mutierte, gesellte sich noch ein Gewitter über dem See und nächtliche Sturmböen bis zu 60kn Wind. Alles was die Natur zu bieten hatte, wurde aufgefahren. Wir konnten uns trotz des Regens glücklich schätzen, dass sich der Nordwind tagsüber bei 4-6 Windstärken einpendelte und die Lufttemperatur an Land mit durchschnittlich 15 Grad annehmbar war.

FSÜ-Opti
Mit einem intensiven Manöver, Start- und Taktiktraining bei viel Wind und Welle wurde das 4- köpfige Team mit Alexia, Lili, Jaden und Nici fit gemacht zur anstehenden Halloween Regatta beim CVTorbole. Wir hatten viel Spaß miteinander und jeder Segler konnte seine Performance deutlich verbessern. Ein großes Lob an die Teilnehmer für ihre Begeisterung und ihren Trainingseinsatz! Mental und seglerisch gut eingestellt fuhren wir nach der letzten Trainingseinheit am Mittwoch im gemeinsamen Schlepp nach Torbole zum CVT.

Beim Auslaufen zur Wettfahrtserie am 1. Tag zeigte sich jedoch, das sich der Wind nicht beruhigen wollte. Im Gegenteil. Er drehte nochmals kräftig auf. Bei in Böen bis zu gemessenen 35kn wurde uns schnell klar, dass das Segeln anstrengend und kräftezehrend wird. Bei einem Gesamt-Teilnehmerfeld von 453 angereisten Opti-Seglern konnten sich bei den Juniores unsere 3 FSÜ-Kadersegler Ines, Tami und Consti mit guten Gesamtergebnissen behaupten. Ebenfalls bei den Juniores startend musste Lili schmerzlich feststellen, dass sie bei diesen extremen Segelbedingungen nicht mithalten kann. Zu schnell war die Batterie schon beim 1. Rennen am Ende.

Trotz eines guten Starts und top 20 Platzierung auf der Startkreuz musste sie nach dem ersten Lauf körperlich ausgepowert leider aufgeben. Beim Training noch mit guten Leistungen positiv aufgefallen, hatte auch Alexia zu viel Respekt vor Wind und Welle und zog es vor, im Hafen zu bleiben. Schade, einen Versuch wäre es wert gewesen.

Mit Willensstärke und Begeisterung gingen unseren beiden Jungs Nici und Jaden ans Werk. Nichts schien sie aus der Ruhe zu bringen. Wollten doch beide zeigen, was für Kerle sie sind. Und es ist ihnen gelungen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Aufgabe beim ersten Lauf segelte Nici im 2. Rennen ohne zu kentern seinen Kurs ab und hielt bis zum letzten Meter durch. Mit breiter Brust und Stolz wie Oskar wollte er in der 3. Wettfahrt noch einen drauf setzen. Leider riß kurz vor dem Start das Spritfall und der Konzentrationsfaden. Trotz sofortiger Reparatur und einer guten Startposition an der Linie konnte er ein wiederholtes Volllaufen seines Optis nicht verhindern. Als beim Leerpützen in hoher Welle die Kräfte schwanden, entschlossen sich Nici und Tom in gemeinsamer Absprache zur Aufgabe der Wettfahrt. Trotzdem super durchgehalten und Hut ab vor seinem Willen!

Und Jaden..? Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schien er das Segeln bei diesen Bedingungen zu genießen. Ausgestattet mit einer soliden Kondition und ohne Kenterungen absolvierte er alle 3 Läufe mit bemerkenswerten Einzelergebnissen. Bei besseren Starts wäre durchaus noch mehr drin gewesen. Insgesamt prima Performance!

 

Regattabericht Riccardo Honold

 

Auch mir als schon etwas größerem und erfahrenerem Segler erging es bei diesen extremen Windverhältnissen am Gardasee nicht viel besser! Ich trainiere seit zwei Jahren bei „George“, einem Trainer aus Hamburg. Nach fünf Trainingstagen war ich sehr gut vorbereitet, hatte ein gut getrimmtes Boot, das heißt , ich hatte beste Voraussetzungen für die Regatta.

Am 1. Regattatag gingen die Juniores um 11 Uhr aufs Wasser.

Mit einem pünktlichem Start um 12.30 Uhr, ging die erste Fleet ins Rennen. Die Windverhältnisse waren extrem und mir gelang leider nur ein 28. und 45. Platz.

Am zweiten Regattatag segelte ich noch einen 28. Platz und meinen Streicher, das bedeutet leider nur die Silber Fleet.

In den Finals segelten alle Gruppen drei Wettfahrten, gut motiviert segelte ich die Platze 7,6 und 4. Immerhin Gesamtplatz 2 in Silber!

Consti Troeger landete bei diesen starken Winden auf Platz 17 in Bronze, er trainierte bei Patrick Ageller in der Fördergruppe.

Tamina Polte landete auf Platz 39 in Bronze.

Riccardo Honold

 

 

Halloween Cup 1.11. - 3.11.2018

Finale Regattaergebnisse:

Juniores (242 Teilnehmer, 7 Läufe mit 1 Streicher)

Silber Fleet: Ines Riedel (62.)
Bronze Fleet: Consti Troeger (17.)
Tami Polte (39.)
Lili Schwaab (71.)

Cadetti (140 Teilnehmer, 3 Läufe ohne Streicher)
Jaden Jeckel (64.)
Nici Troeger (130.)
Alexia Bässler (140.)

Bericht und Bilder
©Tom Loewen